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Der kostenlose öffentliche Personennahverkehr der Piraten

Mai 15th, 2012 · 29 Kommentare

Nein! Es heißt fahrscheinlos!

…und zwar aus gutem Grund.

Den Piraten ist natürlich klar, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) nicht kostenlos sein kann, wenn dann ist er steuerfinanziert und damit natürlich nicht kostenlos.

Es gibt, soweit ich weiß, kein konkretes Konzept der Piraten für den fahrscheinlosen ÖPNV. Solche Konzepte sind auch schwer zu erstellen, solange kein direkter Einblick in alle tatsächlichen Kosten des ÖPNV vorhanden ist.

Der fahrscheinlose ÖPNV ist möglich und in Wirklichkeit sogar ein Sparprogramm!

In der Stadt Hasselt in Belgien gibt es bereits heute einen fahrscheinlosen ÖPNV, die estnische Hauptstadt Tallinn will den fahrscheinlosen ÖPNV 2013 einführen.
Die Piraten stellen sich vor in Deutschland auch solche fahrscheinlose ÖPNV – Projekte einzuführen, um die Machbarkeit zu prüfen.

Folgendes könnte man sich für Finanzierungskonzepte des ÖPNV vorstellen:

  • Die Finanzierung des ÖPNV über eine verpflichtende Umlage für alle Bürger einer Stadt/eines Kreises (wie z.B. bei einem Monatsticket)
  • Eine Abgabe auf Hotelübernachtungen oder ähnlichem für Besucher
  • Beibehaltung oder Erhöhung der bisherigen steuerfinanzierten Bezuschussung des ÖPNV
  • Einsparung beim Fahrschein-Automatenbetrieb
  • Einsparung bei der Fahrscheinkontrolle
  • Einsparung in der Verwaltung der ÖPNV-Gesellschaften durch die wegfallenden Gebühren, Kontrollen, Automaten, etc.
  • Einsparung im Straßenbau, da Straßen entlastet werden
  • Weniger wirtschaftliche Schäden, welche durch Stau verursacht werden
  • Intelligente Parkraumbewirtschaftung (siehe Hasselt)

Es gibt sicher noch mehr Finanzierungsideen für den fahrscheinlosen ÖPNV. Man kann sich aber schon durch meine Ausführungen vorstellen, dass ein solches Angebot durch die Kosteneinsparungen deutlich günstiger werden würde, als bisher ein Monatsticket.
Ein fahrscheinloser ÖPNV steigert auch die Attraktivität der Benutzung enorm, das Angebot wird dann deutlich häufiger in Anspruch genommen (in Hasselt hat sich das Fahrgastaufkommen mehr als verdreizehntfacht!).

Die Mehrbenutzung hat natürlich auch kostensteigernde Effekte:

  • Die Taktung der Fahrten müsste erhöht werden
  • Bisher vernachlässigte bzw. eingesparte Linien sollten wieder öffnet werden
  • Nacht- und Wochenendnetze müssten wieder ausgebaut werden

Welche aber positive Effekte für die Gesellschaft nach sich ziehen:

  • Kinder, arme und alte Menschen, werden wieder mobiler und kommen selbstständig besser zur Schule, zu Freunden, zum Arzt, zum Amt oder zum Einkaufen
  • Jugendliche setzen sich Nachts weniger oft angetrunken ans Steuer, weil man nicht anders wegkommt
  • Die Umweltbelastung durch den Individualverkehr wird gesenkt
  • Das Wohnen auf dem Land wird attraktiver, wenn der ÖPNV regelmäßiger fährt, was die Urbanisierung bremsen kann
  • Für die Fahrt zur Arbeit fallen weniger zusätzliche Kosten für Kraftstoff und eigenes Fahrzeug an

Man kann das noch viel weiter denken. Auf jeden Fall würde der fahrscheinlose ÖPNV eine intensive Dynamik in Verkehr und Gesellschaft entwickeln.
Daher ist es lohnenswert den fahrscheinlosen ÖPNV zu fordern und diesen auszuprobieren!

Tags: Gesellschaft · Piratenpartei · Politik

29 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 steven // Mai 19, 2012 at 12:29

    mal einige fragen zu diesem konzept, euch ist schon klar das, dass zu einer mehrbelastung der penndler führt und diese somit benachteiligt werden!
    auch wenn die ÖPNV netze soweit ausgebaut werden, das jeder ort einer gemeinde/stadt erreicht wird gibt es immer noch kriterien die dazu führen das leute lieber mit den eigenen auto fahren z.B. arbeitsbeginn und arbeitsende!
    ich persönlich bin nicht bereit mehr steuern zu bezahlen wenn ich das ÖPNV nicht nutzen kann!!

  • 2 Jojo // Mai 19, 2012 at 12:33

    Nicht endgültig, aber mit den zumindest verfügbaren zahlen überschlagen:

    http://bremen.piratenpartei.de/Blog/2011-10-30/fahrscheinloser-oepnv-in-bremen–einmal-durchgerechnet/

  • 3 Thilo // Mai 19, 2012 at 12:41

    Nette Idee, nur werden einige negative Aspekte vernachlässigt:
    — diese sogenannten Einsparungen durch Fahrscheinverkauf, Automaten, Kontrollen und ähnliches sind am Ende des Tages gar nicht so hoch, wie immer geglaubt
    — es ist eine Mehrbelastung für alle die Städten mit gut ausgebauten Radwegen viel Radfahren und dadurch bisher gar keine Kosten haben; es ist also eine Benachteiligung für alle die so oder so schon nachhaltig und ökologisch unterwegs sind
    — es schafft eine neue Behörde. Wie Behörden am Ende des Tages arbeiten, ist im allgemeinen bekannt nämlich nicht effektiv. Damit werden die Kosten eher steigen als sinken
    — es funktioniert nicht in ländlichgeprägten Gebieten, denn um attraktiv müsste der Takt ähnlich dem heutigen Takt in Städten sein. Dies ist jedoch wirtschaftlich so oder so nicht realisierbar sein. Damit wird es in ländlichgeprägten Gebieten erst Recht ein Zuzahlungsgeschäft für die Bürger.

  • 4 Rainer // Mai 19, 2012 at 12:59

    Leute! Man kann gegen alles Argumente finden. und es bleibt jedem frei weiterhin sein Auto zu nutzen.
    Als Pendler könnte man z.B. zum nächsten stärker frequentierten Bahnhof/Haltestelle fahren. Und mal ehrlich, wo ist das Problem mal 10 Minuten zu warten? hier gibt es jede Menge Parkplätze an der Autobahn, wo dies schon jetzt über Fahrgemeinschaften realisiert wird.
    Mein Vater war früher reiner Autofahrer (jeden Tag zu rArbeit) und hat die letzten 10 Jahre seines Arbeitsleben (Zimmerer) fast ausschließlich den ÖPNV benutzt. Zeitunglesen und abends genütlich ein Bierchen! :-)
    Es müsste erheblich etwas geändert werden, aber nichts ist unmöglich. Der fahrscheinlose ÖPNV ist zu Beginn sicher nur als Zusatz/Ergänzung zum Individualverkehr möglich/sinnvoll. Dann kann sich jeder daran gewöhnen. Und zu den kosten sei angemerkt, dass die Subventionen für den ÖPNV schon heute immens sind!

    Ach ja, ich wohne in einem Kaff mit 200 Einwohnern und würde bei etwas besseren Taktzeit komplett auf den ÖNV umsteigen, ein Auto entsorgen und von den gesparten Kosten könnte ich mir für Nachts das Taxi leisten.

  • 5 sachi // Mai 19, 2012 at 13:19

    es ist doch jetzt schon so, das busse, züge, straßenbahnen etc. zu den hauptverkehrszeiten (morgens, wenn die schüler aus haben und nach feierabend) voll bis zum geht nicht mehr sind. ich finde, da sollte man mal was gegen machen.

    dass es in ländlichen gegenden nicht funktionieren kann, da muss ich Thilo zustimmen.

  • 6 bilbo // Mai 19, 2012 at 13:35

    Ein MUSS!
    Auch wenn es mehr Geld kostet.

    Das Recht auf Mobilität für jeden, reich oder arm, ist wichtig! Das man noch schnell zur Bibliothek oder zum Sport fahren kann ohne zu denken, dass es 4,20€ extra kostet.

    In Berlin darf man mit einem Fahrausweis nur noch in einer Richtung fahren, was ich persönlich skandalös finde. Man kann nicht mehr sein Buch in Ruhe lesen und im Kreis fahren, einen zufällig getroffenen Bekannten für ein paar Stationen in der Gegenrichtung begleiten, oder einfach träumen und seine Station verpassen…

    In der Großstadt sollte Nahverkehr umsonst sein, ganz dringend! Weniger Autolärm, weniger Umweltbelastung, weniger Stress für Fahrradfahrern, mehr Mobilität für allen.

  • 7 Radiogaga // Mai 19, 2012 at 13:46

    Geht doch einfach mal davon aus, dass die Stahlindustrie und ihre Folgeverarbeitung in Energie und Verkehr auf Dauer subventionsbefreit (ihr glaubt es nicht, aber das sind die Hauptkosten eines Staatshaushaltes!) werden und man dieses Geld zweckgebunden in den Ausbau von Schienen – eben nicht von Straßen – investiert werden… ihr glaubt gar nicht, wieviel Geld man monatlich einem Benutzer des ÖPNV zahlen könnte!!

  • 8 Jan // Mai 19, 2012 at 13:59

    Folgendes könnte man sich für Finanzierungskonzepte des ÖPNV vorstellen:
    • Die Finanzierung des ÖPNV über eine verpflichtende Umlage für alle Bürger einer Stadt/eines Kreises (wie z.B. bei einem Monatsticket)
    (Ungerecht für Bürger, welchen den ÖPNV nicht/kaum nutzen und dies auch nicht durch einen fahrscheinlosen ÖPNV geändert wird.)
    • Eine Abgabe auf Hotelübernachtungen oder ähnlichem für Besucher
    (Wie hoch müssen diese sein um den ganzen ÖPNV zu tragen? Warscheinlich zu hoch -> für Touristen preislich nicht attraktiv -> wenig Einahmen)
    • Beibehaltung oder Erhöhung der bisherigen steuerfinanzierten Bezuschussung des ÖPNV
    (Ok.)
    • Einsparung beim Fahrschein-Automatenbetrieb
    (Wie viel?)
    • Einsparung bei der Fahrscheinkontrolle
    (Wie viel?)
    • Einsparung in der Verwaltung der ÖPNV-Gesellschaften durch die wegfallenden Gebühren, Kontrollen, Automaten, etc.
    (Die drei Punkte bitte zusammenfassen und nicht als 3 darstellen)
    • Einsparung im Straßenbau, da Straßen entlastet werden
    (Sicher? Es gibt sicherlich einige Bürger die in der Stadt auch ohne Auto können, aber viele arbeiten Außerorts, wo ein Auto unerlässlich ist. Durch Ausbau des Liniennetzes mehr Buße unterwegs, ich denke das relativiert sich )
    • Weniger wirtschaftliche Schäden, welche durch Stau verursacht werden
    (Durch Haltestelle direkt an der Fahrbahn, verursachen dann der zunehmende ÖPNV Staus.)
    • Intelligente Parkraumbewirtschaftung (siehe Hasselt)
    Es gibt sicher noch mehr Finanzierungsideen für den fahrscheinlosen ÖPNV. Man kann sich aber schon durch meine Ausführungen vorstellen, dass ein solches Angebot durch die Kosteneinsparungen deutlich günstiger werden würde, als bisher ein Monatsticket.
    Ein fahrscheinloser ÖPNV steigert auch die Attraktivität der Benutzung enorm, das Angebot wird dann deutlich häufiger in Anspruch genommen Die Mehrbenutzung hat natürlich auch kostensteigernde Effekte:

    (in Hasselt hat sich das Fahrgastaufkommen mehr als verdreizehntfacht!).
    (Genau, das wird ein großes Problem, mehrere Fahrgäste = mehr Personal zur Reinigung/Wartung/Sicherheit usw. = steigende Kosten)
    • Die Taktung der Fahrten müsste erhöht werden
    (Wie zu Hölle soll das finanziert wird?? Das wird hier in Georgsmarienhütte von der Stadt abgelehnt, weil es zu teuer ist und hier fahren viele Bus.)
    • Bisher vernachlässigte bzw. eingesparte Linien sollten wieder öffnet werden
    (Sind die nicht aus einem bestimmten Grund eingespart worden?? Stichwort: Rentabilität?)
    • Nacht- und Wochenendnetze müssten wieder ausgebaut werden
    (Mal ohne Witz, hat irgendwer mal außer tolle Vorschläge zu machen das Ganze mal durchgerechnet??)
    Welche aber positive Effekte für die Gesellschaft nach sich ziehen:
    • Kinder, arme und alte Menschen, werden wieder mobiler und kommen selbstständig besser zur Schule, zu Freunden, zum Arzt, zum Amt oder zum Einkaufen
    (Ok)
    • Jugendliche setzen sich Nachts weniger oft angetrunken ans Steuer, weil man nicht anders wegkommt
    (Falsch. Dafür müsste das Streckennetz ausgebaut werden und nicht fahrscheinlos. 2,90 € um in eine andere Stadt zu kommen, hat man in der Regel noch, wenn man Abends sich betrinkt)
    • Die Umweltbelastung durch den Individualverkehr wird gesenkt
    (Ok)
    • Das Wohnen auf dem Land wird attraktiver, wenn der ÖPNV regelmäßiger fährt, was die Urbanisierung bremsen kann
    (Wenn er denn erstmal öfter fährt, erstmal sollte man das jetztige Netz fahrscheinlos finanzieren können)
    • Für die Fahrt zur Arbeit fallen weniger zusätzliche Kosten für Kraftstoff und eigenes Fahrzeug an
    (Natürlich, wenn man den Bus dafür nutzen kann und das Liniennetz es anbietet.)

    Die ganzen Kommentare sind nartürlich ziemlich impulsiv und plump geschrieben, aber ich denke man sollte mal die ganzen AArgumente die vorgebracht werden einmal hinterfragen. Sehr viele davon machen wir mich einfach wenig Sinn. Wir brauchen Knete dafür. Wir schaffen Unmut indem Bürger Geld für etwas abnehmen, was sie nicht nutzen und diese Zahl ist nicht zu unterschätzen. Danke fürs Lesen ich bin auf weitere Kommetare zu meinen sehr gespannt!

  • 9 Phil // Mai 19, 2012 at 14:08

    Ich war in Dänemark und habe dort eine Bahn benutzt, die keinen Fahrer hatte. Sie wurde wie eine Modelleisenbahn ferngesteuert. Ich staunte und kam mir vor, als käme ich aus einem Entwicklungsland.
    Auch die daraus resultierende Einsparung könnte zur Finanzierung des fahrscheinlosen ÖPNV beitragen.

  • 10 Birger // Mai 19, 2012 at 14:19

    An sich alles in allem ein Guter Ansatz, leider für Menschen, die wie ich fast 95% aller Strecken aus Überzeugung und wegen überfüllten und zu teuren Buslinien mit dem Rad fahren sinnlos. Zudem müsste man alle privaten (DB) und öffentlichen Betreiber unter einen Hut bekommen und das wird schwer umsetztbar. Hier in Lübeck scheitert es ja schon an die Anbindung an den HVV (was für uns Kunden günstiger wäre, aber dem Verbund kostet)

  • 11 D. Rains // Mai 19, 2012 at 14:46

    Es muss kulturellen Chancen Raum gegeben werden, um einer Klassengesellschaft entgegenzuwirken. Es kann nicht sein, dass sich der Ottonormalbürger sich nicht leisten kann, zum Sport zu fahren oder zu musischen Betätigungen etc., die in sich dann auch wieder unbezahlbar geworden sind. Leider läuft es heutzutage zumindest in urbanen Situationen darauf hinaus. Wir sind aber Menschen mit Bedürfnissen, nicht Arbeitsmaschinen, die nur für ein merkantiles System funktionieren sollen. Zudem es heutzutage in der Stadt schon zu teuer ist, mit der Bahn zur *A r b e i t* zu fahren. Das kann nicht angehen, und da müssen wir wach werden! Diesen Bedürfnissen muss Raum und Möglichkeit gegeben werden. Dinge wie sehr günstige Fahrscheine sind nicht eine Alternative, sondern die einzige! menschliche Variante.

    Wie bilbo oben schreibt:

    “Ein MUSS!
    Auch wenn es mehr Geld kostet.

    Das Recht auf Mobilität für jeden, reich oder arm, ist wichtig! Das man noch schnell zur Bibliothek oder zum Sport fahren kann ohne zu denken, dass es 4,20€ extra kostet.”

  • 12 Yvette // Mai 19, 2012 at 15:34

    ach. Und die Aktionäre der DB werden sicher auch (zum selben Preis) Ihre Aktien behalten, ja ?

  • 13 André Reichelt // Mai 19, 2012 at 15:53

    Das ist ein Konzept, dass ich seit Jahren in der Piratenpartei vorantreibe. Ich bin froh darüber, dass es nun immer mehr Anklang findet – und zwar überall.

    Das Argument, ich nutze es nicht, also bezahle ich auch nichts dafür, kann ich so nicht gelten lassen. Mit dem gleichen Argument könnte man auch gegen die Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung argumentieren. Stirbst du früh, hast Du nichts davon; bist du fleißig, kannst Du es nicht nutzen; wirst Du selten krank, zahlst Du drauf. Wir leben in einer sozialen Gemeinschaft und haben uns durch den Gesellschaftsvertrag dazu verpflichtet, dass starke Schultern die Schwachen tragen. Jemand, der im Monat 200 Euro für’s Benzin ausgibt, der hat auch 20 Euro übrig, um den ÖPNV zu finanzieren. Drei Mal den Bus benutzt, und schon hat sich’s ausgezahlt.

    Ein bisschen weniger Jammern würden den vehementen Automobilisten gut anstehen!

    @Phil: In Nürnberg wurde die U-Bahn-Hauptlinie mittlerweile ebenfalls auf einen führerlosen betrieb umgestellt. Durch die immer besser werdenden Sicherheits- und Überwachungssysteme im Schienenverkehr wird der menschliche Lokführer immer mehr zum Sicherheitsrisiko. Daher ist es nur zu begrüßen, dass dieser durch fehlerfrei arbeitende Rechnersysteme ersetzt wird. Flugzeuge werden bereits seit vielen Jahren hauptsächlich vom Autopiloten geflogen – und sie zählen nicht zuletzt deswegen zu den sichersten Verkehrsmitteln der Welt.

    Auch für den PKW gibt es bereits annähernd marktreife Systeme, die das Fahrzeug autark und sicher durch den Verkehrsraum bewegen können. Spätestens in zehn Jahren werden die ersten fahrerlosen PKWs erhältlich sein, weitere zehn oder zwanzig Jahre später wird man menschlich geführte Autos wohl verbieten, da sie ein unkalkulierbares Risiko für Leib und Leben darstellen (vgl. Unfallstatistik).

  • 14 Steven // Mai 19, 2012 at 16:07

    Ich bin ganz klar dafür. Zumindest bin ich dafür ernsthaft und ganz neutral mal die Machbarkeit überprüfen.
    Ich komm aus einer Kleinstadt und studiere in einer Großstadt und bin durch wöchentliches Pendeln zur Zeit ziemlich aktiver Mitfahrer in beiden Regionen im ÖPNV.

    In der Großstadt nutze ich Bus und Tram nur, weil es im Semesterticket inbegriffen ist. Das ist vermutlich auch der Hauptgrund warum es an der Uni noch kein totales Verkehrschaos gibt. Wenn ich ausstudiert habe, bin ich mir aber jetzt schon sicher, dass ich kein Ticket mehr kaufen werde, da es zuviele unzulänglichkeiten gibt, die hauptsächlich durch die Privatisierung herrühren. Also bin ich wieder einer von denen, die die Stadt verstopfen. Fahscheinloser Nahverkehr würde wohl genau das Gegenteil bewirken, was letztendlich kostensenkend in vielen Bereichen ist.

    Im ländlichen Bereich scheinen mir die Busse (oft bin ich der einzige Mitfahrer) sowieso schon komplett finanziert zu sein. Warum dann nicht gleich fahrscheinlos. Vorteilhaft wäre es auch, wenn ich die größeren Städte der Umgebung besuche. Statt in die Stadt hineinzufahren einfach am Rand umsteigen und ohne lästiges Suchen des richtigen Tickets weiterfahren. Zumindest fällt es mir auf, dass Touristen gern mal das falsche Ticket gelöst haben oder einfach nur nicht oder falsch gestempelt haben.

    Klar kostet es im Endeffekt was, aber ich würde mich wundern, wenn die Ausgaben höher wären als andere “teuer subventionierte Lobby-Ideen”.

  • 15 Boris // Mai 19, 2012 at 16:37

    Als (sehr!) vehementer Automobilist, der jeden Tag ‘nen fast 20 Jahre alten Spritschlucker aus der 17-Liter Liga Solo zur Arbeit bewegt, entspricht das vielleicht nicht unbedingt MEINEN Interessen…
    Aber die offensichtlichste Finanzierungsoption für einen fahrscheinlosen ÖP(N?)V sollte doch eigentlich eine Erhöhung der Mineralölsteuer sein.

    Nicht nur wegen den Einnahmen, sondern darüber hinaus auch noch wegen dem Steuerungseffekt, den man auf diese Weise erzielen kann. Wenn der Sprit teurer wird UND der ÖPNV vernünftig verfügbar ist, werden die Leute eher umsteigen…

    Aber vielleicht sind irgendwelche Luftrechnungen (Einsparungen durch weniger Straßenabnutzung? Hä?) den Leuten ja eher zu verkaufen?

  • 16 Matthias Koch // Mai 19, 2012 at 17:21

    @Steven: Aber der Stuerzahler soll für die Kosten der Straßen aufkommen auf denen du fährst?! Das ist genau das gleiche. Jeder finanziert irgendwo Dinge mit, die einen nicht oder kaum betreffen!

  • 17 Anonymous // Mai 19, 2012 at 21:39

    Man könnte sich. (wenn das nicht nur innerhalb einer Stadt sondern Bundesweit gemacht wird) auch so etwas wie Pendlerpauschale sparen. Wenn das Netz gut ist dann kann ich es nutzen und brauche keine Pendlerpauschale.

    Für eine Steuererhöhung bei Benzin wäre ich auch. Nur so kann man die Leute wirklich dazu bringen von Auto auf dann kostenfreies OPNV umzusteigen.
    Und die Leute die nicht auf das Auto verzichten wollen, die müssen dann eben auch dafür mehr zahlen.

    Das wichtigste ist natürlich ein gut ausgebautes Netz. Wenn ich Nachtchicht habe und kein Bus fährt dann nützt mir der billigste OPNV nichts.

  • 18 Thor // Mai 20, 2012 at 09:09

    Die Grundidee ist erst einmal vollkommen in Ordnung! Die Gesellschaft und ihre Möglichkeiten mobil zu bleiben wird sich in den kommenden Jahrzehnten grundlegend verändern, so dass sich viele Ansätze hier von alleine schon erledigen werden. “Wer glaubt schon an die plötzlich qausi aus dem nichts entstehende Elektromobilität”!
    Also, wird die Frage der Fortbewegung für viele eine existentielle werden, und das ist vielleicht einer der Ansätze der das Problem zu lösen helfen kann. Denken wir auch daran, dass sich die Arbeits- und Einkommensentwicklung für die meisten Menschen mittlerweile negativ gestaltet, d.h. bei steigenden ÖPNV Kosten währen hier viele in Zukunft ausgeschlossen, weil sie diesen aufgrund von Zeitverträgen / Leiharbeit / H4 diesen kaum leisten werden können. Wir subventionieren ja hier heute schon einen nicht unbeträchtlichen Teil aus Steuermitteln.
    Fakt ist: Ist der Liter Sprit unbezahlbar, dann muss das KFZ weg, und eine Alternative her!
    Im stätischen Raum vielleicht noch händelbar, wird es auf dem Land kompliziert! Und nicht vergessen: Im Moment fahren auch unsere Busse noch mit Erdölprodukten! Hier sind schnellstens Investitionen in die Entwicklung von Massentransportmitteln nötig! Nicht nur halbherzig, sondern ganz! Also vielleicht nicht nur ausschließlich Milliarden für andere, sondern mal für die eigene Landesentwicklung, insbesondere zur urbanen Mobilität!
    Und ein solidarisch gesellschaftsfinanziertes Modell ist da sicher mehr wie eine Überlegung wert!

  • 19 über’n Weg .. - erdstrahlenharke // Mai 20, 2012 at 13:02

    [...] #Blockupy: Polizei blockiert erfolgreich Bankenviertel THE LAST OF THE GREAT UNKNOWN | Grand Canyon Der kostenlose öffentliche Personennahverkehr der Piraten Canon stellt ihre Kamera-Produktion auf Vollautomatisierung um. Enterprise soll sich in 20 Jahren [...]

  • 20 Anonymous // Mai 20, 2012 at 16:56

    Einfach die Schwebebahn aus Wuppertal in ganz Deutschland einführen :-D
    Die fährt teilweise im 3 Minuten Takt und immer nur im Kreis ;-) und in luftiger Höhe.

  • 21 Stefan Akerblom // Mai 21, 2012 at 07:58

    Bitte beachtet auch den Nutzen aus “eliminierte” Straftaten. Hannover gehört in DE zu einer der “gefährlichsten” Städte weil rd 17.000 von 70.000 Straftaten auf “Schwarzfahreren” fällt – also etwa ein Viertel. Das sind bestimmt so an die 15.000 Manntage Verwaltungsaufwand + einiges an Kosten für den Knast für Menschen die sich weder die Farscheine, noch die Strafe leisten können. Ich glaube es sind so an die 100 Leute/Jahr die dort wegen dieses System eingebuchtet werden.

  • 22 Guzzi Fredy // Mai 21, 2012 at 22:06

    Ich fahre im Jahr so durchschnittlich 80.000 km und würde mich freuen wenn es einen fahrscheinlosen Nah und Fernverkehr geben würde. Ich sehe hier nur Vorteile und würde dies auch mit einer Abgabe mit tragen.
    Meine Zustimmung ist dabei.

  • 23 chrisnain // Mai 23, 2012 at 11:49

    Ich freue mich über die rege Diskussion! :)

    Zum Thema ÖPNV auf dem Land:
    Ja, hier ist es wirklich schwierig und teuer! Aber das ist bereits heute wahnsinnig teuer. Auf dem Land nutzt bis auf die vielen Schüler fast niemand den Bus. Und der Schulbusverkehr wird zu Recht (!) vor allem Steuerfinanziert.

    Wer nutzt schon einen Bus, der nur 4x am Tag und nie in der Nacht oder am Wochenende zu einem Preis fährt in der man die Strecke mit dem Auto fünffach und ohne Stopps abfahren kann?

    Doch nur diejenigen, die zwingend darauf angewiesen sind oder die eh schon ein Ticket haben.

    Ein am Tag stündlich fahrender fahrscheinloser Bus würde garantiert einiges daran ändern.

    Außerdem sollte man die Busse auch mal den Verkehrsaufkommen anpassen. Was soll ein 40 Sitzplätze Bus auf einer Strecke pendeln auf der nur 10 (oder wie heute 2) Leute fahren?

    @Jan: Was die Finanzierung angeht ist wahrscheinlich ein Konzeptmix das Beste. Der Netzausbau ist gar keine Forderung, der wird sich zwangsläufig geben, wenn der ÖPNV fahrscheinlos wird. Viel mehr Menschen werden den ÖPNV nutzen und dann rentiert sich auch die Nachtfahrt usw. wieder. Klar steigen dann auch wieder die Preise, das schrieb ich ja auch, aber das bringt allen auch noch bessere Mobilität. Man bemerkt dann aber auch wofür die Preise steigen, was auch Akzeptanz schafft. Nicht wie aktuell: Stetig schlechterer Service, immer steigende Preise.

    Aber: Es geht erst einmal nur darum zu erläutern worum es geht und wie man sich Finanzierungen vorstellen könnte. Zu allererst sollte man ein Bewusstsein schaffen, dass es nicht kompletter Blödsinn ist und Testprojekte starten! :)

  • 24 kanedo.net - Links vom 14. Mai 2012 bis 28. Mai 2012 // Mai 28, 2012 at 10:57

    [...] auch noch in 20 Jahren mein Wacom benutzen und einen richtigen Bildschirm haben werde. Ich…Der kostenlose öffentliche Personennahverkehr der PiratenNein! Es heißt fahrscheinlos! …und zwar aus gutem Grund. Den Piraten ist natürlich [...]

  • 25 Vortrag und Diskussion von und mit dem DBV über den öffentlichen Personennahverkehr // Jun 7, 2012 at 18:06

    [...] sich, wie ich (siehe meinen Blogpost zum fahrscheinlosen ÖPNV der Piraten), für öffentlichen Personennahverkehr interessiert, den könnte auch die Aufzeichnung des [...]

  • 26 Barmer // Sep 24, 2012 at 17:51

    Nachdem in Wuppertal die Erhöhung der Grundsteuer für den Winterdienst angedroht wurde, kam mir die Idee diese doch für die Wuppertaler Schwebebahn durchzuführen. Stadtmarketing mässig müsste das der Stadt einiges positives bringen. Zumal man in Barmen einen Stufe “C”, wenn man nach Düsseldorf möchte. Ab Elberfeld gibt es das Ticket als Stufe B. Dadurch verrottet Barmen bis Langerfeld. Die Schwebebahn könnte man sehr einfach aus den VRR Verbund herausrechnen und durch P&R Parkplätze kann das teilweise refinanziert werden bzw durch hörere Grundsteuern. Die Lebensqualität wird steigen und mehr Touristen werden kommen. Der Touri aus D-Dorf würde nur Stufe B lösen und könnte trotzdem einmal die komplette Schwebebahn nutzen. Der VRR kann dan dürch das gesparte Schwebebahngeld die Busse in Wuppertal finanzieren.

  • 27 chrisnain // Sep 28, 2012 at 10:31

    Ausprobieren! :)

    Bei mir in Potsdam gibt es regelmäßig Feste zu denen die Straßen vollkommen überfüllt sind. Da könnte solch ein Testlauf eventuell auch Wunder wirken.

  • 28 Piraten im Wahlkampf – Was haben wir falsch gemacht? // Sep 27, 2013 at 16:24

    […] politischen Alleinstellungsmerkmale hinweisen können: Z.B. BGE, Familienpolitik, Suchtpolitik, Fahrscheinloser ÖPNV und natürlich den neuen demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten über das Internet. Diese […]

  • 29 kanedo.net - Links vom 14. Mai 2012 bis 21. Mai 2012 // Okt 18, 2013 at 08:03

    […] Der kostenlose öffentliche Personennahverkehr der Piraten […]

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