Chris Nains Blog

Digitales Tagebuch

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Ihr seid es nicht…

Februar 17th, 2012 · 9 Kommentare

… noch nicht!

Worum es geht?

Um diejenigen Piraten, welche dabei sind, sich auf Kandidatenlisten zur Bundestags- und anderen Wahlen zu bewerben.

Wenn ich ins Wiki der Brandenburger Piraten schaue, dann finde ich Niemanden, von dem ich überzeugt bin, ihn (oder sie) am Ende im Bundestag zu sehen.
Ich habe gewiss nichts gegen euch, ich bin schlicht (noch) nicht überzeugt! Ich nehme an, dass dies ein Gefühl ist, was einige der anderen Piraten mit mir teilen. Sei es für Wahlen zu Landtagen, Vorständen oder zur Bundestagswahl.

Für die fehlende Überzeugung gibt es verschiedene Gründe.

Einige von euch sind schon länger dabei, arbeiten teilweise auch lange aktiv mit. Dennoch fehlt mir das gewisse Extra, euch tatsächlich im Bundestag sehen zu wollen. Kommt das noch?
Viele von euch sind erst seit 2011 oder 2012 in der Piratenpartei, manche von euch kenne ich gar nicht. Es spricht nichts dagegen, auch als “Neuling” zu kandidieren. Ich finde es ausdrücklich gut, wenn ihr euch früh zu eurer Kandidatur äußert, denn so gebt ihr mir die Möglichkeit, euch zu beobachten und besser kennenzulernen.

Ich bin kein Freund von abwarten und absprechen!

Ich habe ein Problem damit, wenn ich euch nicht kenne.
Ich sage klar: Ich wähle niemanden, den ich nicht kenne!
Ich kann, denke ich, behaupten einer der aktivsten Piraten im Landesverband Brandenburg zu sein. Ich bekomme relativ gut mit, was bei uns passiert.

Wenn ich euch nicht (genug) kenne, dann macht ihr eventuell etwas falsch?

Die Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl wird auf einem Landesparteitag stattfinden. Gut möglich, dass ihr aktiv in eurem Kreis- oder Regionalverband mitarbeitet. Euch dort zu profilieren, wird vielleicht genügen als Direktkandidat aufgestellt zu werden. Vielleicht aber auch nicht? Euch dort zu profilieren, wäre optimal, wenn ihr in die Kommunalwahl wollt!

Aber: Ich möchte Mitarbeit im Landesverband (oder Bundesverband) sehen!

Vielleicht wisst ihr es noch nicht? Aber dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten:

Was mich misstrauisch macht, sind Interessenten für alles!

“Ämter? Mandate? Egal, ich kandidiere!?”

Das Misstrauen ist eventuell nicht gerechtfertigt, manch einer ist nur eifrig. Doch manch anderer ist vielleicht gierig?

Viele Piraten haben eine Abneigung gegen Macht und Hierarchien. Wo uns das hingebracht hat, sehen wir in unserer Politik, in der Lobbyismus ein unerträgliches Level an Einfluss gewonnen hat.
Ich will keine Macht und ich will, dass unsere Kandidaten keine Macht wollen! Macht korrumpiert! Macht macht misstrauisch.

Wenn wir gewählt werden, bekommen wir macht. Das ist richtig!
Unsere Aufgabe als Piraten sollte es jedoch sein, diese Macht zu nutzen, um uns die Macht zu nehmen und sie allen zu geben.

Wir sind nicht nur eine Mitmachpartei. Wir sind auch eine Mitmachtpartei!

Beteiligung, das sind wir!
Zum einen, indem wir so transparent arbeiten, dass jeder unsere Entscheidungen nachvollziehen kann.
Zum anderen, indem wir neue Ideen zur Beteiligung aller entwickeln und indem wir den Betonköpfen der Altparteien zeigen, dass Herrschaftshörigkeit in Form von Fraktionsdisziplin im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen hat!

Beweist euch: Macht es vor!

Unabdingbar für mich euch zu wählen, ist auch euer Umgang mit den neuen Medien! Wer Wiki, Twitter, Liquid Feedback usw. nicht kann, hat bei mir keine Chance!

Um mit Parteibasis in Kontakt zu bleiben und mit Interessenten in Kontakt zu treten, ist dies unbedingt erforderlich.
Wir sind die Partei der Informationsgesellschaft und unsere Kandidaten sollten dort angekommen sein.

Beweist, dass ihr das verstanden habt. Engagiert euch weiter, engagiert euch mehr.
Einige sind bereits auf einem guten Weg.
Ihr habt noch etwas Zeit bis zu den Aufstellungsversammlungen.

Überzeugt mich!

Tags: Gesellschaft · Piratenpartei · Politik

9 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 ixylon // Feb 17, 2012 at 17:28

    Ich kann schon nachvollziehen, was dich zu diesem Artikel bewogen hat.
    Im leichten Unterton schwingt aber mit, dass du gern mehr Aktivität im Land oder beim Bund sehen würdest. Auch das ist verständlich, aber sicherlich nicht von jedem zu leisten.
    Ich z.B. werde an keiner AG mitarbeiten, wenn ich vorher schon weiß, dass mir das Fachwissen oder die Zeit fehlen. Wenn ich irgendwo mitarbeite, dann will ich es eigentlich richtig tun und nicht nur “eingeschriebenes Mitglied” sein.
    Und leider habe ich immer öfter das Gefühl, dass die Ansprüche der “Zeitreichen”, wie ich sie gern nenne, in der Piratenpartei mit einem normalen Leben kollidieren. Ich selbst sitze regelmäßig bis nachts um 1 vor dem Rechner und bereite Sachen vor oder nach, aber irgendwann muss hier auch Schluss sein.
    Diese Zeitreichen haben bei den Piraten mittlerweile auch so eine gewisse Machposition, die oft auch ausgenutzt wird. Sei es durch ständiges Mitwirken bei den verschiedenen AGs, Onlinesitzungen und durch den Informationvorsprung den sie haben. Darüber müssten wir auch mal diskutieren. Aber ich schweife ab.
    Momentan sehe ich es als wichtig an, vor Ort die Piraten so zu formieren, dass es zur Kommunalwahl auch genügend Leute gibt, die in die Kommunalparlamente einziehen können. Denn da sind wir noch meilenweit von entfernt. Und leider frißt das auch viel Zeit, die ich aber gern investiere.
    Ich kann nur hoffen, dass wir hier bald vorwärts kommen und ich auch mal woanders mitarbeiten kann. Der Wille ist da… 😉

  • 2 chrisnain // Feb 17, 2012 at 18:16

    Der Text soll natürlich provozieren aber niemanden angreifen.

    Ja, ich wünsche mir auch Zeitreiche auf der Liste, denn man hat nicht gerade mehr Zeit wenn man im Bundestag sitzt.

    Den Appell zur Mitarbeit (gerade fürs Land) wollte ich schon auf der Mailingliste bringen aber hier passt er noch besser.
    Denn ganz ehrlich: Wer nicht mitarbeitet wird geringe Chancen haben. Daher ist das auch ein Tipp.

  • 3 ixylon // Feb 17, 2012 at 18:20

    Provokant, aber auch richtig.
    Muss jetzt jeder selbst klären, wie er reagiert.

    Da werden die Wahlprogrammpads bald wie von Zauberhand vollgeschrieben werden. 😉

  • 4 ignatius // Feb 23, 2012 at 19:49

    Eigentlich bin ich so ein Zeitreicher, wenn ich mir nicht in der Zwischenzeit einiges an den Hals geschaffen hätte.
    Unter dem Motto – endlich mal machen, was mir Spaß macht, hat mich allerdings bald auf den Boden gebracht.
    Dazu gehören auch solche Statements. Es reicht eben nicht nur guten Willens zu sein, man muss von Christian auch noch die Akzeptanz haben.
    Als reichlich beschäftigter Zeitreicher muss ich natürlich Prioritäten setzen oder verzichten. Als Initiator von einigen Initiativen, Aktionen, Vereinen und kommunalpolitisch Aktiver und gern Pirat stehe ich nach meinen Möglichkeiten gern dieser Partei zur Verfügung.
    Es kann ja auch bei Piratenneulingen durchaus piratische Vorgeschichten geben. Und wenn man nicht gewählt wird, ist es durchaus O.K..
    Weniger O.K. finde ich ununtersucht Deinen Zeigefinger. Das ist mir zu elitär für eine „Mitmachpartei“.
    Bevor ich mich nach „geklebter Plakatanzahl“ bewerten lasse, konzentriere ich mich lieber auf meine Prioritätensetzung.

    Als dann – Ahoi
    Für eine Partei der offenen Arme.

  • 5 ignatius // Feb 24, 2012 at 12:40

    Sorry, nicht Christian – sondern Christoph

  • 6 Nadine // Mrz 1, 2012 at 14:49

    “Ja, ich wünsche mir auch Zeitreiche auf der Liste, denn man hat nicht gerade mehr Zeit wenn man im Bundestag sitzt.” -falsch!
    Viele unserer Mitglieder sind jeden Tag mit ca. 8 Stunden (!) “nebenher” (dh neben der Parteiarbeit) beschäftigt um ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder ihre Ausbildung abzuschließen (oft in Kombination). Das würde wegfallen, wenn durch Parteiarbeit Geld verdienen möglich wäre (LT!BT!). Ich freue mich über diejenigen, die ihre Zeit freier einteilen können oder nicht beschäftigt sind, und die Partei intensiv voranbringen können.
    Du solltest nicht vergessen, dass jeder von uns seine Freizeit investiert- und diese ist relativ.
    Meine Meinung: “je mehr desto besser” – nein! Denn Zeit ist ein hohes Gut und steht nicht jedem in gleichen Maßen zur Verfügung.

    Ich bin für Kandidaten, die sich mit Herzblut einsetzen- das müssen nicht diejenigen sein, die in möglichst vielen AGs eingetragen sind. Um Herzblut zu erkennen muss man genauer hinsehen.

  • 7 chrisnain // Mrz 1, 2012 at 14:57

    Ja Nadine, ich bin auch für diejenigen, die sich mit Herzblut einsetzen.
    Wenn jemand viele Zeit investiert dann nimmt man ihm das allerdings leichter ab, als wenn sich jemand nur in die Liste einträgt. Das steigert natürlich auch die Chance gewählt zu werden

    Ich will natürlich auch zu mehr Mitarbeit aufrufen! Und das nicht nur bei Kandidaten.

  • 8 Nadine // Mrz 1, 2012 at 15:53

    Lieber Christoph, ich bin absolut deiner Meinung und finde deine Argumentation absolut schlüssig – nur etwas zu einseitig.
    Du solltest mal einen Blog über Zeit schreiben 😉

  • 9 chrisnain // Mrz 1, 2012 at 21:39

    Liebe Nadine,

    ja es ist einseitig aber das ist nicht schlimm, denn ich will damit provozieren, sonst liest sich das auch langweilig. 😛
    Mit der Zeit habe ich auch so meine eigenen Probleme. Aber es läuft alles irgendwie halbwegs. 😉

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